Gesundheitstipp des Monats

Pillen sind kein Reisemitbringsel!

Arzneimittel aus dem Ausland bergen Gefahren!

Die Möglichkeit erscheint verlockend: Billige Arzneimittel im Urlaub einkaufen! Viele Touristen bringen sich solche „Souvenirs“ mit und übersehen gesundheitliche Gefahren und rechtliche Stolpersteine. Sehr viele Urlauber beachten beispielsweise nicht, dass Arzneimittel strengen Einfuhrbeschränkungen unterliegen. Nach Deutschland darf man nämlich nur das mitbringen, was man für den direkten persönlichen Bedarf benötigt. Zwanzig Packungen Aspirin sind also eindeutig zu viel. Das wird bei einer Kofferkontrolle vom Zoll einkassiert, eventuell ist sogar mit einer Strafanzeige zu rechnen. Die Einfuhrmenge orientiert sich an einem Dreimonats-Bedarf. In diesem Fall ist weder eine Einfuhrerlaubnis nach Deutschland, noch eine Zulassung oder Registrierung der jeweiligen Arzneimittel für Deutschland erforderlich. Unerheblich ist auch, ob es sich um verschreibungspflichtige und apothekenpflichtige Präparate handelt oder nicht.

Touristen laufen auch Gefahr, dass ihnen gefälschte Arzneimittel mit zu viel, zu wenig, gar keinem oder gefährlichen Wirkstoff angeboten werden. Pillen-Schnäppchen auf einem Markt oder Bazar sollte mal besser liegen lassen. Gerade im Ausland sind viele gefälschte Arzneimittel im Umlauf. Wer während des Urlaubs Arzneimittel benötigt, sollte diese nur in Apotheken kaufen – oder besser gleich von zuhause mitnehmen. Denn auch wenn man am Urlaubsort ein namensgleiches Arzneimittel erhalte, muss es nicht das gewohnte aus der Heimat sein.

Problematisch sind auch frei verkäufliche Nahrungsergänzungs- oder Heilmitteln aus dem Ausland. Sie könnten in Deutschland als Arzneimittel gelten und somit den entsprechenden Beschränkungen unterliegen. Bei solchen Produkten ist Vorsicht geboten. Besonders bitter kann es für Reisende werden, wenn sie Präparate nach Deutschland bringen, die unter die Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes fallen. Dies kann beispielweise bei amphetaminhaltigen Appetitzüglern der Fall sein, die im Ausland zum Teil frei verkäuflich sind. In diesem Falle droht sogar ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Wir beraten Sie gerne über die Gefahren von pharmazeutischem Reisemitbringsel. Fragen Sie uns.                                                              

Julia Schmidt Apothekerin

 

Kleiner Ausrutscher mit schmerzhaften Folgen

Rasche Hilfe bei kleinen Sportblessuren

Sport ist gesund und macht uns fit. Doch schnell ist ein Stolpern, Umknicken oder ein  Sturz durch einen ungeschickten Schritt passiert. Verletzungen des Fuß- oder Sprunggelenks rangieren bei Sportverletzungen ganz weit vorn. Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen sind die Folge. Diese sogenannten stumpfen Traumata sind nicht nur ärgerlich, sondern auch schmerzhaft. Freizeitsportler und Wanderer können solche Blessuren im ersten Schritt häufig selbst behandeln. Die sogenannte PECH-Strategie hilft dabei.

PECH steht als Eselsbrücke für die vier Maßnahmen, die helfen Folgeschäden bei stumpfen Verletzungen zu minimieren.

P wie Pause machen: nach der Verletzung mindestens 20 Minuten ruhen.

E wie Eis: die betroffene Stelle mit Eisbeutel, Eisspray oder Eislolly kühlen, das mindert die Schmerzen und regt die Durchblutung an. Dabei drauf achten, dass die Stelle nicht zu kalt wird.

C wie Compression – das Gelenk sollte mit einem Verband und einer  schmerzstillenden Creme oder einem Gel verbunden werden. So können sich Schwellungen oder Blutergüsse weniger ausbreiten.

H wie Hochlagern: das verletzte Gelenk am besten auf ein Kissen,eine Kiste oder in

der Natur auf eine Bank oder einen Stein auflegen. Das reduziert die Schwellung und Schmerzen.

Die Apotheke bietet ein großes Sortiment an abschwellenden, schmerzstillenden und entzündungshemmenden Cremes und Gelen, die zur ersten Hilfe benutzt werden können. Zur Therapie eignen sich Präparate mit Wirkstoffen wie z.B. Diclofenac, Ibuprofen und Heparin, sowie pflanzliche Produkte mit Arnika- oder Beinwellextrakt.

Alle Cremes oder Gele sollten vorsichtig, 2-3 mal täglich auf die Schwellung aufgetragen werden. Ein leichter Druckverband darüber verhindert, dass die Schwellung weiter wächst und Blutergüsse sich stark ausdehnen. Bei Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen ist Wärme direkt nach der Verletzung kontraproduktiv. Es fördert die Schwellung und Entzündung an der betroffenen Stelle und verstärkt somit auch die Schmerzen. Wärmende Sportsalben können frühestens nach 72 Stunden eingesetzt werden, die durchblutungsfördernde Wirkung sowie leichte Bewegung (kein Sport!!)  sorgen dafür, dass das traumatisierte Gewebe sich schneller erholt. Sorgfältiges Aufwärmen und die richtige Sportausrüstung  wie z.B. geeignete Wander- oder Laufschuhe senken das Verletzungsrisiko.

Sollte nach 3-5 Tagen keine deutliche Besserung eintreten, ist ein Besuch beim Arzt unumgänglich. Rund um das Thema Sportverletzungen haben wir viele Tipps und Anregungen. Fragen Sie uns! Wir beraten Sie gerne.

Nelli Riegel  Apothekerin